Warum Göhren bei keinem Rügen-Urlaub fehlen darf: Ausflugstipps einer Einheimischen

Wusstest Du, dass Einwohner, die seit 3 Generationen auf Rügen leben, „Rüganer“ genannt werden und Zugezogene „Rügener“? Als waschechte Rüganerin verrate ich euch in diesem Gastbeitrag, warum das schnuckelige Ostseebad Göhren mein liebstes auf der ganzen Insel ist.

Egal, ob ihr noch nie auf Rügen wart oder ob ihr schon viele Sommertage hier oben verbracht habt: Den ein oder anderen Insidertipp werdet ihr heute mit Sicherheit mitnehmen. Und falls ihr noch mehr Rügen-Urlaubsideen braucht: Auf meinem Reiseblog Travellerin.de verrate ich euch 42 Rügen-Klassiker und -Insidertipps.

Ostseebad Göhren – ein paar Fakten

Göhren ist ein kleines, unaufgeregtes 1.285 Seelen-Dörfchen im östlichsten Teil von Rügen auf der schönen Halbinsel Mönchgut. Erstmals urkundlich erwähnte wurde es 1165 als Fischer- und Lotsendorf. Heute ist Göhren ein beliebtes Ostseebad und Kneipp-Kurort, in dem es im Sommer noch etwas ruhiger zugeht als in anderen Orten der Insel.

Südstrand

Was so besonders an dem 7,39 km2 kleinen Ort ist? Aufgrund seiner Lage am östlichsten Punkt Rügens, dem Kap Nordperd, hat Göhren direkt mal zwei wunderbare Strände. Gleich ein Tipp vorweg: Der naturbelassene Südstrand ist viel ruhiger als der Hauptstrand im Norden. Die meisten Besucher zieht es an den Nordstrand, wo sich auch Seebrücke, Kurplatz und Strandpromenade samt kleinen Shops und Restaurants finden.

Göhren bei einer Strandwanderung entdecken

Göhren lässt sich prima innerhalb eines halben Tages zu Fuß erkunden – und das am besten nach einem stürmischen Tag. Denn dann habt ihr die besten Chancen, bei einer anfänglichen Strandwanderung das „Gold der Ostsee“ zwischen vom Meer ausgespucktem Seetang zu finden. Unser „Gold“ ist eigentlich Bernstein – ein gelber Schmuckstein aus fossilem Harz, der typischerweise an den Ostseestränden zu finden ist. Und zwar in solch einer Menge (zumindest früher), dass in Göhren jedes Jahr im Oktober das Bernsteinfest, und die damit verbundene Krönung der Bernsteinkönigin, gefeiert wird.

Strandwanderung am Nordstrand Blick auf das Hövt

Die Strandwanderung startet an der 350 Meter langen Seebrücke am Nordstrand. Gewandert wird bis zur Höhe vom Buskam, dem größten Findling an der deutschen Ostseeküste (er liegt etwa 300 Meter vom Ufer entfernt). Zurück auf der Bernsteinpromenade (wie könnte sie anders heißen), geht es Richtung Hochuferweg, immer weiter bis zur östlichen Spitze Rügens, dem Nordperd. Bei guter Sicht kann man von hier aus bis zur Insel Usedom und Sassnitz samt Kreideküste gucken. Auf der anderen Seite der Landzunge geht es dann hinunter zum Südstrand. Ganz anders als der Nordstrand, habt ihr hier die Steilküste im Rücken und blickt, statt auf eine Seebrücke, auf die Alte Schwedenbrücke – eine in das Meer ragende Gesteinsformation.

Schwedenbrücke am Südstrand

Nicht verpassen: 3 kleine Göhren-Highlights

Achtung, jetzt kommen 3 mehr oder weniger geheime Insidertipps:

1) Den schönsten Blick auf Ostsee, Mönchgut und sogar auf die Insel Vilm, ein Naturschutzgebiet, das ihr nur mit einer Führung besichtigen dürft, habt ihr von der evangelischen Dorfkirche aus. Sie ist auf einem kleinen Hügel gebaut und somit der perfekte Sonnenuntergangspot.

Sonnenuntergang von der Dorfkirche mit Blick auf Mönchgut

2) Am nächsten Tag schaut ihr euch diesen dann vom Hochzeitsturm des Hotel Hanseatic aus an. Wenn dort gerade niemand heiratet, darf man in den Turm des Standesamtes gehen und hat einen wundervollen Blick auf den Nordstrand.

3) Und dann ist da noch die wohl schönste Minigolf-Anlage Deutschlands. In Göhren spielt ihr einfach mal direkt an der Ostsee in einem Rügen-Miniaturwunderland!

Minigolfanlage Göhren

Mit dem Rasenden Roland von Göhren bis nach Putbus fahren

Es ist ein Klassiker unter den Rügen-Aktivitäten: Eine Fahrt mit dem Rasenden Roland. Die hübsche schwarze Dampflokomotive saust im 2-Stunden-Takt mit 30 km/h über die Insel und zieht dabei eine dicke Dampfwolke hinter sich her. Daran hat sich seit 1895 wahrscheinlich nichts geändert. So lange betreibt die Rügensche Kleinbahn den Rasenden Roland schon. Bis 1945 hatte er noch ein ausgedehntes Schmalspurbahnnetz zu befahren, heute fährt er nur noch von Göhren nach Baabe über Sellin und Binz bis nach Putbus (in der Hochsaison sogar bis nach Lauterbach).

Rasender Roland
Fahrt mit dem Rasenden Roland

Mein Tipp: Fahrt unbedingt bis zur Station Jagdschloss und wandert dann den einen Kilometer durch das Biosphärenreservat Südost-Rügen zum gleichnamigen Schloss. Das Jagdschloss Granitz ist nicht nur wunderschön anzuschauen, sondern bietet von seinem Turm aus auch den besten Blick über die Insel.

Paradies für Fahrradfahrer: Von Göhren bis ans Ende von Mönchgut

Wenn ihr alles von Göhren gesehen habt und mit dem Rasenden Roland gefahren seid, dann ist es Zeit, die wunderschöne Halbinsel Mönchgut im Südosten von Rügen zu entdecken. Es ist so herrlich flach hier, dass ein paar Fahrradtouren von Göhren aus einfach ein Muss sind. Die höchsten Erhebungen sind übrigens der Zickerberg und der Bakenberg mit ganzen 66 Metern!

Mönchguter Flachland

Mönchgut ist so ein bisschen „das ursprüngliche Rügen“: Tief eingeschnittene Buchten, Steilküsten, Sandstrände, weite Felder und duftende Nadelbäume direkt am Meer. Überall schwingt noch der Charme der Trachtenzeit der Mönchguter Fischer mit (in Göhren gibt es dazu sogar ein schönes Freilichtmuseum, das „Heimatmuseum“).

Mönchguter Wasserlandschaft

Mein Tipp: Radelt von Göhren über Lobbe bis nach Thiessow und Klein Zicker. Vorbei an leuchtenden Mohn- und Rapsfeldern sowie romantisch anmutenden Reetdächern. Zwischenstopps, die sich lohnen: Der kleine Hafen in Gager (hier könnt ihr in einem Hausboot schlafen!), der Ort Thiessow, die Fischerräucherei Dumrath bei Groß Zicker und natürlich der lange Strandweg auf der Ostseite.

Hafen in Gager

Lisa möchte mit ihrem Reiseblog Travellerin.de jeder Frau sagen: Wenn es Dein Traum ist zu reisen, dann mache es einfach. Kündige diesen Job, der Dich nicht glücklich macht. Geh auf diese Weltreise. Mache einfach mal alleine Urlaub in Deutschland. Du wirst belohnt mit Erinnerungen für die Ewigkeit. Auf Travellerin.de, Instagram und Pinterest nimmt sie Euch mit auf fantastische Reisen.

There are 8 thoughts on “Warum Göhren bei keinem Rügen-Urlaub fehlen darf: Ausflugstipps einer Einheimischen

  1. Lisa 27. Januar 2021

    Liebe Birgit,
    ganz lieben Dank Dir, dass ich einen Gastartikel für Deinen Blog beitragen durfte 🙂 Der Artikel ist richtig schön geworden und ich hoffe sehr, dass meine Göhren-Tipps für den ein oder anderen inspirierend sind.
    Viele Grüße
    Lisa

  2. Julia 31. Januar 2021

    Hallo Birgit,

    ein schöner Beitrag über das Ziel. Die Natur ist dort so schön und dann die Fahrt mit dem Zug.
    Toll, als wenn alles unberührt ist. Und am ende das Wasser. Danke fürs mitnehmen.

    Liebe Grüße
    Julia

  3. Any 31. Januar 2021

    Hallo Birgit,
    wir lieben ja Rügen sehr und sind oft dort. Einmal war unsere Ferienwohnung auch in Göhren, daher kenne ich den Ort sehr gut.
    Leider war zu der Zeit eine große Baustelle mitten im Ort und der Fahrstuhl noch im Bau. Beim nächsten Urlaub waren wir aber an einem Tag nochmal in Göhren und da war die Baustelle weg und der Fahrstuhl zumindest fertig (wenn auch noch nicht in Betrieb ;-)). Ich liebe den Rasenden Roland (wir sind schon zwei mal mit ihm gefahren) und der Hafen unten in Göhren gefällt mir auch richtig gut. Ich freue mich schon auf unseren nächsten Rügen-Urlaub (gebucht ist er schon – mal sehen, ob er überhaupt stattfinden kann).
    Liebe Grüße,
    Any

  4. Mo 31. Januar 2021

    Liebe Birgit,
    vor Jahren habe ich mal einen mehr Generationen Urlaub auf Rügen gemacht. Aber in Göhren waren wir leider nicht. Sehr schade, denn da haben wir definitiv etwas verpasst. Interessant fand ich auf jeden Fall den Unterschied bei der Bezeichnung „Rüganer“ und „Rügener“. Das wusste ich noch gar nicht.
    Deine Tipps rund um „Rüganer“ Göhren habe ich mir mal notiert, ich möchte nämlich dieses Jahr unbedingt mal wieder an die Ostsee und da würde sich der Ausflug dahin ja auf jeden Fall lohnen.

    Liebe Grüße
    Mo

  5. Annette Dr. Pitzer 1. Februar 2021

    Rüganer und Rügener ein kleiner aber feiner Unterschied. Drei Generationen braucht es nur um Rüganer zu werden, da könnten sich die Hessen eine Scheibe abschneiden. Hier dauert es mindestens zehn Generationen bist man als Einheimische gilt.
    Alles Liebe
    Annette

  6. cookingCatrin 1. Februar 2021

    Ein sensationell schöner Bericht! Wir hatten heuer vor, dass wir Nord- & Ostseee besuchen – dieser Bericht wird dann sobald wir das alle hoffentlich wieder drüfen auch einbezogen. Schöne Bilder BYE THE WAY.

    Sollte es dich mal in den Süden treiben – vielleicht sind ein paar AT oder Italien Inspirationen für dich dabei?
    –> https://www.cookingcatrin.at/category/reisen/

    Liebe Grüße!
    cookingCatrin

  7. Jana 1. Februar 2021

    Ich war zwar schon mal auf Rügen, aber Göhren höre bzw. lese ich gerade zum ersten Mal! Wir waren damals in Binz und auch in Putbus, aber dieses kleine schnuckelige Örtchen sollte ich mir mal für unseren nächsten Tripp auf die Insel merken!

    Liebe Grüße
    Jana

  8. Cindy Haase 5. Februar 2021

    Ich war noch nie auf Rügen, aber mein Vater kommt von der Usedom, da war ich als Kind oft. Ich habe letztes Jahr wieder meine Liebe zur Ostsee entdeckt und Rügen steht ganz oben auf meiner Liste. Eine Fahrt mit dem Rasenden Roland natürlich auch. Ein paar schöne Tipps hast du mir auch zur Hand gegeben, jetzt müssen wir nur wieder reisen dürfen. Liebe Grüße, Cindy

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